Rettungsfachpersonal

Rettungsdienst ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Daher regelt das Rettungsdienstgesetz Baden-Württemberg die personelle Besetzung der Rettungsmittel (Krankenwagen, Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeug, Rettungshubschrauber).


Dort heißt es u.a. sinngemäß: "In der Notfallrettung muss ein Notfallsanitäter/-in und eine weitere geeignete Person eingesetzt werden." Daher ist auf unseren Rettungswagen immer mindestens ein Notfallsanitäter eingesetzt. Die weitere sogenannte geeignete Person ist bei ProMedic ein Rettungssanitäter oder Rettungsassistent. Oft kommt es vor, dass eine dritte Person in unserem Team dabei ist. Hier handelt es sich um Praktikanten aus den unterschiedlichsten Bereichen (Notfallsanitäterschüler, Rettungssanitäterpraktikanten, Fachpflegepersonal im RD-Praktikum, Betriebssanitäter, Berufsfeuerwehrpraktikanten, Berufsorientierungpraktikanten usw.). Der Großteil der Notfallpatienten wird vom Rettungsfachpersonal alleinverantwortlich versorgt. In bestimmten Fällen wird ein Notarzt von der Rettungsleitstelle, je nach Informationslage, parallel mitgeschickt oder der Notarzt wird aufgrund des Patientenzustandes vom Rettungsfachpersonal an die Einsatzstelle nachgefordert. So erhält jeder Patient seine individualmedizinische, angemessene Versorgung unter Berücksichtigung der begrenzt vorgehaltenen Ressourcen.

Unser Personal ist zum weit überwiegenden Teil hauptberuflich bei uns beschäftigt. Es sind aber auch einige, wenige nebenberufliche Kräfte eingesetzt. Das Team wird regelmäßig in verschiedenen Fachbereichen fortgebildet (z.B. notfallmedizinische Trainings und -Vorträge, Einsatztaktik, Sicherheitstrainings, Praktikas, Übungen, Fachlehrgänge wie z.B. Praxisanleiter, Org-Leiter...). Wir legen besonderen Wert auf gute Umgangsformen und einen freundlichen Auftritt. Bei uns ist eine adäquate, nachvollziehbare Einsatzdokumentation, die Rückschlüsse auf die korrekte Therapie und das Einhalten von Versorgungsleitlinien zulässt, absolut zwingend. Des Weiteren dient die professionelle Dokumentation auch der juristischen Absicherung unseres Einsatzpersonals. An unserer staatlich anerkannten Lehrrettungswache wird auch der Berufsnachwuchs, unter der Begleitung von erfahrenen Notfallsanitäter-Praxisanleitern, an ihre verantwortungsvolle Tätigkeit herangeführt. 

 
 

Das Berufsbild im Rettungsdienst seit 2014

Die zweite, wichtige Berufsgruppe

NotSan_Rundlogo_Weißer_Hintergrund_Zeic

Im März 2013 wurde das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) beschlossen.


Es trat zum 01.01.2014 in Kraft. Das Rettungsassistentengesetz (RettAssG) galt noch bis zum 31.12.2014. 

RettSan_Rundlogo_Zeichenfläche_1_Zeich

Die Berufsanerkennung für die Rettungsassistenten bleibt weiterhin bestehen, auch wenn sie sich nicht zum Notfallsanitäter weiterqualifizieren. Für Rettungsassistenten besteht die Möglichkeit sich über eine staatliche Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter weiterzubilden. Kernpunkte des neuen Gesetzes sind eine Verlängerung der Berufsausbildung von zwei auf auf drei Jahre, mehr Ausbildungsinhalte und eine klarer geregelte medizinische Kompetenzzuweisung. Das neue Berufsgesetz soll insgesamt die teilweise jetzt schon gelebten Realitäten abdecken und den Anforderungen an einen zeitgemäßen Rettungsdienst entsprechen. Der neue Fachberuf für den Rettungsdienst soll das Rettungsfachpersonal dazu qualifizieren in einem eigenem, klar definierten Kompetenzfeld, die Patienten alleinverantwortlich zu versorgen und auch als qualifizierter Mitarbeiter den Notärzten im Einsatz zur Seite zu stehen. 

Vom ProMedic-Team haben sich seit 2014 fast alle Rettungsassistenten schon erfolgreich zum Notfallsanitäter fortgebildet. Des Weiteren startete im Oktober 2014 bei uns die betriebliche, dreijährige Regelausbildung zum Notfallsanitäter.

Sie werden bei uns als Helfer des Notfallsanitäters und als Fahrer des Rettungswagens in der Notfallrettung. eingesetzt. Die Rettungssanitäter ( 3-monatige Ausbildung, einschließlich einem 4-wöchigen Klinikpraktikum) haben vielfältige Aufgaben im Team, wie die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der Rettungswagen, Aufgaben bei den Hygieneroutinen, Checkaufgaben im Bereich der Medizintechnik und vieles mehr. Sie sind zuständig für das sichere Führen des Fahrzeugs, insbesondere unter Einsatzbedingungen mit Sondersignal und für die Absicherung von Einsätzen insgesamt. Sie sind im Bereich des sog. Basic-Life-Supports selbständig tätig.
Im qualifizierten Krankentransport sind die Rettungssanitäter auf dem Krankentransportwagen (KTW) fachlich, hauptverantwortlich tätig.

 

v. li.: Philipp Kiecherer, ltd. Praxisanleiter, Lutz Zölller, ÄVRD ProMedic

Nach über drei Jahren Tätigkeit überführten wir den bisherigen Ärztlichen Beirat im September 2015 in die Institution des betriebseigenen Ärztlichen Verantwortlichen Rettungsdienst (ÄVRD). An dieser Stelle einen herzlichen Dank an unsere geschätzten, bisherigen ärztlichen Beiräte Dr. Martina Hillesheimer, Dr. Jörg Braun und Dr. Peter Wollny.

Die Geschäftsführung des Unternehmens hatte sich nach intensiven Gesprächen mit dem Rettungsteam und nach Rücksprache mit dem Betriebsrat entschlossen, die Institution des Ärztlichen Verantwortlichen auf Dauer im Unternehmen zu etablieren. Hintergrund dieser Maßnahme war die Implementierung von Versorgungs- und Verfahrensleitlinien (Level21-Projekt) für das Rettungsfachpersonal des Unternehmens. Des Weiteren ergab das seit 2014 geltende Notfallsanitätergesetz (NotSanG) höhere und andere Anforderungen an die fachliche Begleitung und Aus-und Fortbildung des Rettungsfachpersonals. Der übergeordnete, öffentliche Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) ist in Baden-Württemberg im Regierungspräsidium verankert, der die qualitative Aufsicht hat. Für die Umsetzung der medizinischen Standards in den Organisationen ist dann der ÄVRD zuständig. Hier sind die Leistungserbringer selbst gefordert, die notfallmedizinische Dienstleistung, also das Kerngeschäft, qualitativ und rechtlich abzusichern. Das Kerngeschäft des ProMedic-Rettungsdienstes (Notfallrettung im öffentlichen Rettungsdienst) muss in einem innovativen, teamorientierten Prozess weiter entwickelt werden. Hier ist fachärztlicher Sachverstand natürlich unverzichtbar.

Die ProMedic-Geschäftsführung freut sich sehr, für diese Position Herrn Lutz Zöller gewonnen zu haben. Seit vielen Jahren arbeitet unser Bildungszentrum in der Rettungsassistentenausbildung und seit 2014 auch in der Notfallsanitäterausbildung mit ihm vertrauensvoll zusammen. So war es naheliegend ihn zu fragen, ob er bereit wäre, für uns in dieser Position tätig zu werden. Lutz Zöller ist seit 2011 Facharzt für Anästhesiologie mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin. Er ist im Hauptberuf in einer Klinik in Oberarztfunktion in einer Notaufnahme tätig und ist dort auch am hauseigenen Notarztstandort regelmäßig als Notarzt aktiv. Lutz Zöller hat sich auch in den Formaten Leitender Notarzt und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst fortgebildet. Vor und während seines Studiums der Medizin war Lutz Zöller seit 1994 als Rettungssanitäter im Rettungsdienstbereich Karlsruhe tätig. Lutz Zöller ist durch seine mittlerweile jahrzehntelangen beruflichen Erfahrungen und ehrenamtlichen Engagements im Raum Karlsruhe mit den hiesigen rettungsdienstlichen Strukturen und dem Bevölkerungsschutz sehr vertraut. 

 

Unser Patienten-Versorgungs-Leitlinien-Projekt wird nun von unserem Ärztlichen Verantvortlichen Rettungsdienst begutachtet und eng begleitet. Das Personal wird strukturiert fortgebildet und in definierten Zeiträumen rezertifiziert. Hier arbeitet Philipp Kiecherer, bei uns Notfallsanitäter, Praxisanleiter und Assistent der Geschäftsführung, eng mit unserem ÄVRD Lutz Zöller zusammen. 

Wir freuen uns, ein schlagkräftiges und entschlossenes Team mit Lutz Zöller und Philipp Kiecherer zu haben. Sie werden zusammen mit der Rettungsdienstleitung und der Geschäftsleitung dafür Sorge tragen, dass die Versorgung zum Wohle unserer Patienten, verantwortungsbewusst und leitliniengerecht stattfindet. Geschäftsleitung und Team wünschen den Beiden allzeit glückliche Hand im Einsatz und alles Gute beim Wirken in ihren verantwortungsvollen Funktionen.